Die Geschichte der Gebiete des heutigen Landkreises Krakau ist nahezu untrennbar mit der Geschichte der Stadt Krakau verknüpft. Jahrhundertelang fristeten sie ihr Dasein im Schatten der Stadt als Agrarlieferant. Aber die Nähe des großen urbanen Zentrums hatte auch ihre Vorteile; sie begünstigte die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung.

FRÜHGESCICHTE
Das Krakauer Land war schon seit vorgeschichtlichen Zeiten besiedelt. Noch dauerte die Eiszeit an und es herrschte ein subpolares Klima, als in der Dunklen Höhle (Jaskinia Ciemna) bei Ojców der Neandertaler sein Lager aufschlug. Die von Archäologen entdeckten Spuren seiner Anwesenheit gehören zu den ältesten auf polnischem Gebiet. Die Menschen jagten auf Großsäugetiere, vor allem Mammuts. Weitere Spuren von Siedlungsorten der Mammutjäger wurden in den Höhlen des Kluczwoda-Tals gefunden – nicht umsonst heißt eine der hiesigen Höhlen Mammut-Höhle (Jaskinia Mamutowa).Im Verlauf des 1. Jahrtausends vor unserer Zeitrechnung siedelten sich die Kelten an der Weichsel an. Sie vermittelten die Fertigkeit der Herstellung von Graukeramik an die einheimische Bevölkerung. Spuren prähistorischer Töpfereien wurden an mehreren Orten in der Umgebung von Krakau entdeckt; die bedeutendste Fundstätte liegt in Zofipole in der Gemeinde Igołomia-Wawrzeńczyce. Hier wurde auch in der Zeit, als ein Großteil West- und Südeuropas vom römischen Kaiserreich beherrscht war, in primitiven Holzkohleöfen, sogenannten Rennöfen, Eisen verhüttet. Dazu wurde der leicht zu gewinnende, vor Ort abgebaute Raseneisenstein verwendet. Die Grabungen in der Nähe von Igołomia und Wawrzeńczyce belegen, dass diese Gebiete schon damals, vor fast zweitausend Jahren, dicht besiedelt und landwirtschaftlich bewirtschaftet waren.

IM STAAT DER PIASTEN
Im Frühmittelalter ließ sich der slawische Stamm der Wislanen im Krakauer Land nieder. Mit der Zeit schufen sie auf diesem Territorium ein starkes Stammesfürstentum um die Hauptorte Wiślica und Krakau. Möglicherweise befand es sich schon zu Beginn des 9. Jahrhunderts im Einflussbereich des mächtigen Großmährischen Reiches. Als diese slawische Monarchie durch den Einfall der Magyaren zu Beginn des 10. Jahrhunderts unterging, wurde Kleinpolen zum Ziel von Begehrlichkeiten der böhmischen Herzöge. Auf diese Zeiten datiert man auch die vermuteten ersten Versuche der Christianisierung des Krakauer Landes nach altkirchenslawischem Ritus, was sich jedoch bis heute nicht mit Sicherheit belegen ließ. In der Mitte des 10. Jahrhunderts tauchte ein neuer Akteur auf, der sein Interesse an der Region Kleinpolen bekundete: der erstarkende Stammesverband der Polanen, der auf dem Gebiet des heutigen Großpolen einen Staat gegründet hatte. Dessen erster historisch belegter Herrscher, Mieszko I., verleibte seinem rasch wachsenden Herrschaftsgebiet auch das Krakauer Land ein. Von da an gehörten die Gebiete des heutigen Landkreises Krakau zu den wichtigsten Keimzellen des im Entstehen begriffenen polnischen Staates und Krakau wurde bald zu einer der wichtigsten Städte des Herzogtums und später des Königreichs Polen. Schon um 1000 wurde die Stadt Bischofssitz und seit den Zeiten Kasimirs des Erneuerers (11. Jh.) Hauptstadt des Landes.Im Zuge der Entwicklung Krakaus wurde auch das Krakauer Land schnell bewirtschaftet. Begünstigt wurde dies durch die Handelswege, welche die Stadt und seine Umgebung durchzogen, darunter der wichtigste aus Ruthenien nach Schlesien und zur Mährischen Pforte. Die Versorgung von Krakau und der hier residierenden Herzöge und Könige begünstigten die Bewirtschaftung der umliegenden Ländereien. Am dichtesten war das Besiedlungsnetz in den fruchtbaren Gebieten des Hochlands von Miechów. In den entstehenden Dörfern stifteten deren Besitzer, Vertreter vieler bedeutender Rittergeschlechter und häufig Urahnen der späteren Magnatenfamilien der Adelsrepublik, Kirchen und Wehrburgen. Die wirtschaftliche Entwicklung und die Gründung neuer Dörfer und Städte konnte jedoch nicht die Zersplitterung der Piastenmonarchie in Teilfürstentümer aufhalten, umso mehr als die wichtigste Provinz in polnischen Landen das Herzogtum Krakau war.
Im Zeitalter des Kampfs um die Einigung des Staates war Krakau Gegenstand zahlreicher Auseinandersetzungen. Mehrere Thronanwärter versuchten ihre Einflüsse im Krakauer Land zu festigen, um dann doch einem stärkeren Gegner das Feld räumen zu müssen. So musste sich etwa zu Beginn des 14. Jahrhunderts in den Höhlen der Gegend von Ojców der spätere König Ladislaus Ellenlang verbergen. Zur Erinnerung daran wurde die Höhle, die sein Hauptversteck gewesen sein soll, Ellenlang-Höhle (Grota Łokietka) genannt. Schließlich jedoch gelang es diesem beharrlichen „Höhlenmenschen“, den Sieg davonzutragen und den Krakauer Thron als Herrscher des geeinigten Staates zu besteigen.
Die größten Verdienste um die Entwicklung der Region erwarb sich jedoch sein Nachfolger, Kasimir der Große. Dieser Herrscher „fand ein hölzernes Polen vor und hinterließ ein steinernes“, wie ein bekanntes Sprichwort besagt. Er kümmerte sich um die Wirtschaft und die Sicherung der Staatsgrenzen durch den Ausbau eines Netzes von Grenzfestungen auf den felsigen Höhen des Krakau-Tschenstochauer Juras, die später aufgrund ihrer beeindruckenden pittoresken Lage als „Adlerhorste“ bezeichnet wurden. Auf dem Gelände des heutigen Landkreises Krakau entstanden damals die Burgen in Ojców und Pieskowa Skała.

Die MONARCHIE DER JAGIELLONEN
Mit der Thronbesteigung des litauischen Großfürsten Jogaiła, der sich ab diesem Zeitpunkt Ladislaus Jagiełło nannte, wurde Krakau zur Hauptstadt des riesigen polnisch-litauischen Staatsgebildes, das sich von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer erstreckte und von den Karpaten bis vor die Tore Moskaus. Für das Krakauer Land eröffneten sich dadurch neue Entwicklungsperspektiven, lag es doch in der unmittelbaren Umgebung der Hauptstadt einer neuen europäischen Großmacht.
Die Nachfolger Jagiełłos – die Könige aus der Jagiellonendynastie – kümmerten sich um ihre Hauptstadt und deren Umland. Obwohl unweit die Grenze zu Schlesien verlief, das damals Teil des Königreichs Böhmen war, blieb das Krakauer Land von feindlichen Angriffen oder durchziehenden Armeen unbehelligt. Die von Kasimir dem Großen errichtete Verteidigungslinie musste sich zum Glück nur in wenigen Scharmützeln bewähren.
Die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts ist das Zeitalter der größten Machtfülle der Jagiellonendynastie, deren Vertreter in ganz Mitteleuropa herrschten: in Polen, Litauen, Böhmen und Ungarn. Im Krakauer Land hinterließ diese Epoche Spuren in Form von Stiftungen zahlreicher gotischer Kirchen. Damals stiftete Jan Długosz, der bedeutende Geschichtsschreiber, Domherr der Wawelkathedrale und Erzieher der Königssöhne die schöne Backsteinkirche in Raciborowice. In der dörflichen Architektur herrschte auch damals weiterhin Holz vor, aber auch aus diesem Baustoff ließen sich wahre Meisterwerke hervorbringen. Einheimische Zimmerleute errichteten die Holzkirche in Wola Radziszowska und etwas später, zu Beginn des 16. Jahrhunderts, die Holzkirchen in Racławice i Paczółtowice.
Die Regierungszeit der letzten beiden Könige aus dem Herrscherhaus der Jagiellonen, Sigismunds des Alten und Sigismunds Augusts, sind als „Goldenes Zeitalter“ in die Geschichte eingegangen. Die kleinpolnischen Adelsfamilien bereicherten sich schnell durch den Getreideanbau. Ihre Geldmittel investierten sie nun nicht mehr in Kirchenstiftungen, sondern in den Ausbau ihrer eigenen Residenzen im Renaissancestil nach dem Vorbild des Königsschlosses auf dem Krakauer Wawel. Ihr Renaissancegewand erhielten damals Burg Tenczyn und das Schloss in Pieskowa Skała, das großartigste Baudenkmal aus jener Epoche auf dem Gebiet des Landkreises Krakau.

DIE ADELSREPUBLIK

Mit dem Tod von König Sigismund August im Jahr 1572 endete die Zeit der Jagiellonenherrschaft auf dem polnischen Thron. Ab nun war die Hauptstadt Sitz von Wahlkönigen. Die größte Macht im Staat erlangte der Sejm, der Landtag des Adels, denn es waren die Adeligen, die den König in freier Wahl kürten. Den größten Einfluss auf das Geschehen im Land gewannen so die großen Magnatengeschlechter. Mit der Wahl von Sigismund Wasa im Jahr 1587 verschob sich das Machtzentrum nach Norden und schon bald verlegte dieser König seine Hauptresidenz nach Warschau.
Nicht nur die politische, sondern auch die wirtschaftliche Dominanz des Adels, der sogenannten Schlachta, wirkte sich ungünstig auf die Position der Städte aus. In immer größerer Armut und wirtschaftlicher Rückständigkeit lebten sowohl die Dorfbewohner, die als billige Arbeitskraft auf den Gutshöfen ausgebeutet wurden. Die ehemaligen Rittergeschlechter, nun zu Adelsfamilien geworden, betrieben hauptsächlich Landwirtschaft und investierten den Gewinn in ihre eigenen Landsitze. Anstatt aber an unzugänglichen Orten Wehrburgen zu errichten, die weder bequem waren noch besonders nützlich angesichts der Fortschritte in der Wehrtechnik mit immer leistungsstärkeren Schusswaffen, baute man nun immer häufiger Gutshäuser – so genannte Dwory – in einem für Polen typischen Stil.
Die unruhige zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts, als die Rzeczpospolita von wiederholten feindlichen Angriffen verheert wurde, schlug sich auch auf das Krakauer Land ungünstig nieder. Entsetzliche Verwüstungen richteten vor allem die schwedischen Truppen im Jahr 1655 an. Später drangen zum Glück die meisten Invasoren nicht bis Kleinpolen vor, aber der Niedergang des Staates wirkte sich auch auf diese Provinz aus.

UNTER DEN POLNISCHEN TEILUNGEN
Die von den Kriegen des 17. Jahrhunderts und der Anarchie des Adels geschwächte Adelsrepublik war nicht in der Lage, den an Macht und Einfluss gewinnenden Nachbarstaaten die Stirn zu bieten: Die Rzeczpospolita wurde zwischen Österreich, Preußen und Russland aufgeteilt. Von diesem Moment an verläuft die Geschichte für mehr als ein Jahrhundert in den drei Teilungsgebieten separat.
Schon im Jahr 1772 verleibten die Österreicher Galizien der Habsburgermonarchie ein – auf diese Weise wurde auch der südliche Teil des heutigen Landkreises Krakau mit Skawina und Świątniki Górne von Polen abgetrennt. Im Zuge der dritten polnischen Teilung im Jahr 1795, als die Teilungsmächte endgültig den polnischen Staat liquidierten, fiel auch der Rest des Krakauer Lands an das Habsburgerreich. Nicht für lange Zeit jedoch. Mit den Erfolgen Napoleons wurde der polnische Staat als Herzogtum Warschau erneuert. Zwei Jahre später wurden auch Krakau und die Gebiete nördlich der Weichsel in diesen Staat eingegliedert.
Nach dem Fall Napoleons kam es zu erneuten Veränderungen auf der politischen Landkarte. Krakau und die Gegend im Westen des heutigen Landkreises mit Czernichów, Zabierzów und Krzeszowice wurden zur selbstständigen Republik Krakau. Quer zu den Krakauer Juratälern und den Südausläufern des Miechówer Hochlandes verlief von nun an die Grenze zum russischen Imperium (oder genauer gesagt zum nach dem Wiener Kongress geschaffenen teilautonomen Königreich Polen, dem sogenannten „Kongresspolen“). Auf diese Weise wurde Krakau von den Gebieten der heutigen Gemeinden Igołomia-Wawrzeńczyce, Michałowice, Kocmyrzów-Luborzyca, Iwanowice, Skała, Słomniki, Sułoszowa, Jerzmanowice, eines großen Teils der Gemeinden Zielonki und Wielka Wieś abgeschnitten. Diese künstliche Teilung unterbrach die alten wirtschaftlichen und kulturellen Bindungen.
Dire Unabhängigkeitsbestrebungen der Polen führten zu mehreren Aufständen gegen die Teilungsmächte. Die Kämpfe des Novemberaufstands von 1830-1831 berührten das Krakauer Land praktisch nicht, aber eine Konsequenz der Unabhängigkeitsbewegung von 1846 in Krakau und Galizien war die Auflösung der Republik Krakau und ihre Eingliederung in das österreichische Kaiserreich. Die Habsburger kümmerten sich jedoch kaum um die wirtschaftliche Entwicklung ihrer östlichen Grenzprovinz Galizien und Lodomerien, weshalb dieser Name bald mit beißendem Spott in „Golicja und Głodomeria“ – „Nacktland und Hungerien“ – verballhornt wurde.
Schwere Zeiten erwarteten auch die Polen im russischen Staat, insbesondere nach der Niederlage des Januaraufstands von 1863. Auch im Krakauer Land kämpften Partisanen gegen die russischen Besatzungstruppen. So kam es etwa zu Füßen von Schloss Pieskowa Skała zu einem der größeren Gefechte des Aufstands. Auch Polen aus Galizien nahmen am Freiheitskampf aktiv teil oder schmuggelten Versorgungsgüter und vor allem Waffen über die Grenze.

EIN UNRUHIGES JAHRHUNDERT

Das vergangene Jahrhundert stellte das Krakauer Land vor neuerliche Herausforderungen. Die Zerstörungen, die der Erste Weltkrieg mit sich brachte, waren erheblich, da in den Jahren 1914-1915 hier die Front verlief. Mehr als die Verluste zählte jedoch das Ergebnis des Krieges: Im Jahr 1918 wurde der polnische Staat wiedergeboren. Krakau war dabei eine der um die Entstehung des unabhängigen Polen „verdientesten“ Städte und durch das Gebiet des heutigen Landkreises verlief der Marschweg der legendären 1. Kaderkompanie des späteren Marschalls Józef Piłsudski.
An ihrer neu gewonnenen Souveränität konnten sich die Polen nur zwanzig Jahre lang erfreuen – schon in der ersten Woche nach dem deutschen Angriff auf Polen am 1. September 1939 wurde das gesamte Gebiet des heutigen Landkreises von deutschen Truppen besetzt. Schon bald regte sich eine Widerstandsbewegung gegen den nationalsozialistischen Okkupanten, eingeschränkt allerdings durch die Tatsache, dass Krakau zur streng bewachten Hauptstadt des sogenannten Generalgouvernements wurde, das auf einem Teil der besetzten polnischen Gebiete errichtet wurde. In den Okkupationsjahren wurden nicht nur Mitglieder des Widerstands brutal verfolgt und umgebracht, sondern auch einfache Bürger. Ein furchtbares Schicksal traf die Juden auch im Krakauer Land – sie wurden fast ausnahmslos von den Deutschen ermordet. Ganze Stadtteile verschwanden so, etwa in Skawina oder Słomniki.
Erst im Januar 1945 wurden die Hitlerdeutschen von der Roten Armee aus dem Krakauer Land vertrieben. Zum Glück kam die Front schnell voran, sodass die überstürzt abziehenden Deutschen gerade noch einige Weichselbrücken zerstören konnten, aber nicht viel mehr. Die Mitglieder der Widerstandsbewegung jedoch wurden nun der Kollaboration mit dem Okkupanten bezichtigt, verfolgt, unterdrückt, nach Sibirien deportiert oder ermordet.
In den Nachkriegsjahren wurde auch versucht eine „Planwirtschaft“ einzuführen und die Landwirtschaft zu kollektivieren. Im Krakauer Land wurden beinahe alle Adelsfamilien aus ihren Gutshäusern vertrieben. Die verlassenen „Adelsnester“ verfielen und die Bauern, die im Zuge der Landreform etwas Land gewonnen hatten, das sich früher im Gutsbesitz befunden hatte, mussten dieses nun gegen die Verstaatlichung verteidigen. Gleichzeitig verfolgten die kommunistischen Machthaber eine forcierte Industrialisierung des Landes, bei der häufig genug auch absurde Beschlüsse gefasst wurden, wie etwa der Bau der neuen Stadt Nowa Huta um ein riesenhaftes Stahlkombinat. Die Luftschadstoffe aus dem Hüttenwerk vergifteten die Ernten in den östlichen Gebieten des Landkreises Krakau – dabei gehören diese Böden zu den fruchtbarsten überhaupt in Polen!
In der Nachkriegszeit wurden auch einschneidende Verwaltungsänderungen vollzogen. So wurden im Jahr 1975 die Landkreise aufgelöst und erst 1999 wiederhergestellt. Dies war möglich durch die friedliche Wende im Jahr 1989, als die Kommunisten zur Abgabe der Macht gezwungen wurden. Das Krakauer Land gehörte nun nicht mehr zur Volksrepublik Polen, sondern zur demokratischen Republik Polen.

DER LANDKREIS KRAKAU IN DER REGION UND IM LAND.

In seinen gegenwärtigen Grenzen besteht der Landkreis Krakau seit 12 Jahren. Er entstand im Zuge der landesweiten Verwaltungsreform im Jahr 1999. Seitdem ist er einer der 22 Landkreise der Woiwodschaft Kleinpolen. Das Landratsamt hat seinen Sitz in Krakau, in einem modernistischen Gebäude an der Ecke Słowackiego-Allee und Łobzowska-Straße.
Der Landkreis Krakau gehört zu den wirtschaftsstärksten im Land. Begünstigt wird dies durch die Lage um die Stadt Krakau, die eine der wichtigsten Metropolen des Landes ist. Die Gebiete des Landkreises Krakau stellen somit eine natürliche Expansionszone für den Ballungsraum Krakau dar. Sie bieten ein Wohnen in attraktiver landschaftlicher Umgebung und an der frischen Luft vor den Toren der Stadt. Es gibt zahlreiche Investitionen im Industrie- und Dienstleistungssektor. Der Landkreis profitiert zudem von der gut ausgebauten Verkehrsinfrastruktur um die Metropole Krakau, wie etwa dem Internationalen Johannes-Paul-II.-Flughafen Kraków-Balice oder der Autobahnumgehung.
Der Anteil des Agrarsektors an der Wirtschaft des Landkreises ist heute geringer als früher, dennoch ist die Region nach wie vor ein Standort, an dem landwirtschaftliche Erzeugnisse für die Versorgung der Stadt Krakau erzeugt werden. Von besonderer Bedeutung ist hier der Gemüseanbau auf dem Gebiet der Gemeinde Igołomia-Wawrzeńczyce, wo unter anderem Paprika gedeiht, aber auch Tabak.
Auf dem Gebiet des Landkreises sind zahlreiche Industriebetriebe tätig. Zu den größten gehört das Kraftwerk Skawina, einer der größten Stromerzeuger in der Woiwodschaft Kleinpolen. Außerdem gibt es in Skawina große Metall verarbeitende Betrieb auf dem Gebiet einer ehemaligen Aluminiumhütte und den Lebensmittelproduzenten Lajkonik. Andere bekannte Unternehmen aus letzterer Branche sind Gellwe in Zabierzów und Felix bei Słomniki.
Auch Bergbau wird im Landkreis betrieben – vor allem werden Steinrohstoffe in den Steinbrüchen auf dem Gebiet des Krakau-Tschenstochauer Hochlandes abgebaut: Hier sind vor allem das Kalkbergwerk in Czatkowice zu nennen, dar Diabas-Steinbruch Niedźwiedzia Góra bei Tenczynek oder der Porphyr-Steinbruch in Zalas. In der Nähe von Cholerzyn wird im Tagebau Sand abgebaut und im Weichseltal an mehreren Orten Kies gewonnen.